Bericht des Astra und BAV zur Sanierung des Gotthardtunnels
Das Bundesamt für Strassen Astra teilte kürzlich mit, bei einer möglichen Totalsperrung des Gotthardstrassentunnels wäre ein Kurzverlad des Strassenverkehrs auf die Schiene, sprich eine sogenannte „Rollende Landstrasse“, zwischen Altdorf und Biasca am zweckmässigsten. Damit würden sämtliche Fahrzeuge, egal ob PW oder Lastwagen, auf die Schiene verladen. Gemäss der Prüfung, die das Astra zusammen mit dem Bundesamt für Strassen (BAV) durchführte, sei ein Lastwagenterminal im Gebiet Altdorf/Rynächt die beste Variante. Drei Züge sollen dabei pro Stunde durch den Gotthard Richtung Süden rauschen. Das Astra rechnet mit ungefähr 600‘000 Lastwagen pro Jahr. Die Gesamtkosten für diese rollende Landstrasse beliefen sich auf ungefähr eine halbe Milliarde Schweizer Franken. Um eine reibungslose Abwicklung zu garantieren, soll zudem das Nachtfahrverbot gelockert werden. Nach der fertigen Sanierung des Gotthardstrassentunnels geht das Astra davon aus, dass das gesamte Rollmaterial verkauft werden kann.
Wie die Abwicklung des Strassenverkehrs von statten gehen soll, sobald der Gotthardstrassentunnel einmal geschlossen sein wird, ist nicht einfach zu beantworten. Es gilt dabei, die Interessen von Bund, Transitverkehr, Anwohner und Urner Wirtschaft gegeneinander abzuwägen. Die FDP Uri setzt sich für eine höchst sachgerechte und konsensorientierte Lösung ein. Damit verbindet sie auch die Verlagerung eines grossen Teils des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene. Die Bahn ist ein ideales Transportmittel zwischen den wirtschaftlichen Zentren, an deren unmittelbaren Rändern auch die Verla-gerung erfolgen muss. In Zukunft sollen Güter bereits an der Landesgrenze auf die Bahn umgeladen werden. Mit dem Lötschberg- und schliesslich auch mit dem fertig gestellten Gotthardbasistunnel bietet die Schweiz in der Zukunft eine her-vorragende Bahninfrastruktur für dieses ambitionierte Vorhaben an.
Die vorgeschlagene Variante zielt in die Gegenrichtung. Mit dem geplanten Autoverlad in der Rynächt schaffen Astra und BAV die falschen Anreize für Transitunternehmen, ihre Güter per Bahn zu transportieren. Der Kanton Uri würde zum Last-wagen-Terminal Europas werden. Die Investitionen und der Aufwand für den Bau und Betrieb sind hoch. Das Astra geht bei dieser Variante von sechs Geleisen aus. Daher ist es fraglich, ob die Verladeanlage nach der Sanierung wirklich abgebaut oder auf Druck der Transportunternehmen sowie der EU nicht weiterbetrieben wird.
Nur ein kleiner Teil des Urner Kantonsgebiets dient als Nutzfläche für Wohnen, Gewerbe und Industrie. Die grösste Fläche nehmen Gebirge, Gletscher und Gewässer ein. Ein zusätzlicher Landverschleiss für Abstellräume, Be- und Entladestrassen usw. ist aus der Sicht der FDP Uri inakzeptabel. Das Potential Uris als Wirtschaftsstandort wäre damit stark eingeschränkt. Weiter nähme auch die Attraktivität sowohl als Wohnkanton als auch als Tourismusdestination, entgegen den positiven Entwicklungen in den letzten Jahren, ab. Der Ruf, ein reiner Transitkanton zu sein, würde durch eine Verladestation dieser Grössenordnung verstärkt.
Die FDP Uri sieht die Fakten: Der Gotthardtunnel bedarf einer Sanierung in den nächsten Jahren und dafür muss ein Weg für den Verkehr gefunden werden. Sie glaubt jedoch an eine vernünftige Lösung dieser schwierigen Sachlage mit Vorteilen auf Bundes- und Kantonsebene. Der Vorschlag des Astra stellt den Sinn und Zweck der Neuen Alpentransversale grund-sätzlich in Frage. Die Nachteile für die Urner Bevölkerung sind offensichtlich: hoher Landverschleiss, mehr Lärm und Abga-se durch die Lockerung des Nachtfahrverbotes und der schädigende Ruf als Lastwagenverladestation Europas. Nur wenn die Güter bereits an der Grenze auf die Schiene verladen werden, kann der Gotthardbasistunnel als Jahrhundertbauwerk seine volle Wirkung entfalten. Dafür wird sich die FDP Uri einsetzen. Aus Liebe zu Uri - aus Liebe zur Schweiz!
Amsteg, 14. Februar 2012







Medienmitteilung